{"id":16727,"date":"2025-03-11T14:10:49","date_gmt":"2025-03-11T14:10:49","guid":{"rendered":"https:\/\/new454545.addedsense.eu\/qui-serai-je-avec-toi\/"},"modified":"2025-06-19T11:30:52","modified_gmt":"2025-06-19T11:30:52","slug":"wer-bin-ich","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/454545.lu\/de\/unsere-themen\/partnerschaft\/wer-bin-ich\/","title":{"rendered":"Wer bin Ich?"},"content":{"rendered":"\r\n<h2>Wer bin Ich und wer will Ich sein mit Dir?<\/h2>\r\n<p>Menschen sind heute zunehmend verunsichert hinsichtlich der Frage, wer sie \u201esind&#8220;, wie sie sein und leben sollten.<\/p>\r\n<p>Hinsichtlich vieler Entscheidungen bietet unsere Gesellschaft nicht mehr den Rahmen, der uns vorgibt was richtig und was falsch ist. Dies bedeutet zwar einerseits, dass wir viele Freiheiten und M\u00f6glichkeiten gewonnen haben. Auf der anderen Seite m\u00fcssen wir sehr viel mehr Entscheidungen treffen. Das Bild, das wir von uns selbst haben &#8211; unsere Identit\u00e4t &#8211; kann durch neue M\u00f6glichkeiten und neue Anforderungen immer wieder infrage gestellt werden. Dadurch entstehen Selbstzweifel und Selbstunsicherheit. In Zeiten, in denen die Verunsicherung sehr gro\u00df ist, ist ein eindeutiges Bild von dem, wer wir sind, kaum noch greifbar. Menschen haben jedoch das Bed\u00fcrfnis sich als einheitlich zu erleben und von anderen so erlebt zu werden.<\/p>\r\n<p><strong>In einer immer komplexer werdenden Umwelt ohne gr\u00f6\u00dfere identit\u00e4tsstiftende soziale Gemeinschaften kommt der Paarbeziehung daher heutzutage ein besonderer Wert zu.<\/strong><\/p>\r\n<p>Viel mehr als fr\u00fcher nimmt sie bei der Identit\u00e4tskonstruktion des Einzelnen eine entscheidende Rolle ein. Hier kann die Verunsicherung ein St\u00fcck weit abgefangen und aufgel\u00f6st werden. Die Partnerschaft wird als der Ort gesehen, an dem man sich am ehesten in seiner Gesamtheit zeigen kann und darin best\u00e4tigt werden will.<\/p>\r\n<p><strong>Hier besteht die Hoffnung, so wie man ist, Geborgenheit, Loyalit\u00e4t und Anerkennung zu erfahren.<\/strong><\/p>\r\n<p>Paarkonflikte entstehen daher auch h\u00e4ufig, wenn diese Hoffnungen und Erwartungen entt\u00e4uscht werden, wenn der Wunsch nach einer bestimmten Art des Gesehenwerdens vom Partner nicht erf\u00fcllt werden kann<\/p>\r\n<h2>Orientierung durch den Partner<\/h2>\r\n<p>Vieles, was von der Gesellschaft fr\u00fcher an Orientierung f\u00fcr die Identit\u00e4tsbildung des Einzelnen bereitgestellt wurde, wird heute in Paarbeziehungen geleistet. Fr\u00fcher waren es Rollenvorstellungen und Standesvorschriften, die das Leben gr\u00f6\u00dftenteils bestimmten.<\/p>\r\n<p><strong>Heute sind es die eigenen W\u00fcnsche und Vorstellungen, die mit denen des Partners oder der Partnerin abgeglichen werden m\u00fcssen.<\/strong><\/p>\r\n<p>Der Partner oder die Partnerin wird zum wichtigsten Bezugspunkt f\u00fcr die eigene Selbstverwirklichung. Von ihm erfahren wir die unmittelbarsten Reaktionen auf unser \u201eSosein&#8220;.<\/p>\r\n<p><strong>Ein Partner bietet Orientierung bei unserer Identit\u00e4tskonstruktion<\/strong>, indem er einerseits seine eigenen W\u00fcnschen und Vorstellungen einbringt und damit unsere M\u00f6glichkeiten einschr\u00e4nkt.Er oder sie kann aber auch Raum geben und uns darin unterst\u00fctzen, die Seiten an uns auszuleben und zu verwirklichen, die uns wichtig sind. Probleme entstehen dann, wenn einer der Partner sich zu sehr vom Urteil des Anderen abh\u00e4ngig macht und seine eigene Sichtweise und eigene Bed\u00fcrfnisse unterordnet.<\/p>\r\n<h2>Anerkennung durch den Partner<\/h2>\r\n<p>Der Partner ist auch sehr wichtig als eine Quelle der Best\u00e4tigung und Anerkennung. H\u00e4ufig f\u00fchlen sich Menschen heute durch die gesellschaftlichen Anforderungen und dem hohen Leistungsdruck \u00fcberfordert. Verbunden mit eigenen hohen Anspr\u00fcchen entstehen nicht selten Selbstzweifel und Gef\u00fchle von Unzul\u00e4nglichkeit.<\/p>\r\n<p><strong>Der Partner ist h\u00e4ufig diejenige Person, durch deren Zuneigung und Anerkennung die eigene Verunsicherung ausgeglichen werden soll.<\/strong><\/p>\r\n<p>Anerkennung zu erfahren, hei\u00dft dabei, dass wir uns von unserem Gegen\u00fcber in der Ganzheit unserer Person gesehen und best\u00e4tigt f\u00fchlen, dass dieser jemand Interesse f\u00fcr unsere verschiedensten Facetten zeigt.<\/p>\r\n<p><strong>Damit verbunden ist oft die Erwartung, im Partner jemanden zu gefunden zu haben, der auch unsere Schw\u00e4chen akzeptiert und aush\u00e4lt.<\/strong><\/p>\r\n<p>Diese \u201eSchw\u00e4chen&#8220; sind h\u00e4ufig ungeliebte Seiten an uns, die wir anderen Menschen so gut wie nie zeigen. Werden diese Seiten vom Partner akzeptiert, wird es f\u00fcr uns selbst auch einfacher sie anzunehmen und in unser Selbstbild zu integrieren.<\/p>\r\n<h2>Wenn Anerkennung fehlt<\/h2>\r\n<p><strong>Diese Bed\u00fcrfnisse nach Anerkennung und Best\u00e4tigung k\u00f6nnen vor allem in Krisenzeiten zu einer \u00dcberbelastung der Paarbeziehung f\u00fchren.<\/strong><\/p>\r\n<p>Denn der Partner braucht selbst ausreichend Kraft, Stabilit\u00e4t und Selbstvertrauen, um dem anderen die Aufmerksamkeit, Empathie und das Interesse entgegen zu bringen, die dieser vielleicht ben\u00f6tigt und erwartet. Es gibt viele Faktoren, die es einem oder beiden Partnern unm\u00f6glich machen k\u00f6nnen, die Energie daf\u00fcr aufzubringen. Dazu geh\u00f6ren Unzufriedenheit oder Erfolglosigkeit im Job, Arbeitslosigkeit, finanzielle Schwierigkeiten, aufreibende Verh\u00e4ltnisse zur Herkunftsfamilie oder gar Krankheit. Hinzu kommt h\u00e4ufig ein Mangel an Ressourcen wie Zeit, ausgleichende Kontakte zu Freunden oder ein unterst\u00fctzendes famili\u00e4res Umfeld.<\/p>\r\n<p>Wenn solche belastenden Faktoren \u00fcber einen langen Zeitraum Einfluss auf das Zusammenleben haben und es fehlen hilfreiche Ressourcen, <strong>kann die Beziehungsqualit\u00e4t sehr darunter leiden<\/strong>. Auf beiden Seiten kann das Gef\u00fchl entstehen, vom Partner vernachl\u00e4ssigt zu werden. Folge der \u00dcberforderung sind dann gegenseitige Anschuldigungen und Kr\u00e4nkungen, die wiederum von beiden als ungerecht erlebt werden.<\/p>\r\n<p><strong>Im schlimmsten Fall schaukelt sich der Konflikt hoch<\/strong>, bis schlie\u00dflich beide am Ende ihrer Kr\u00e4fte sind und sich feindselig gegen\u00fcberstehen. Um solche Eskalationen zu verhindern, kann es hilfreich sein, diese \u00e4u\u00dferen belastenden Faktoren zu erkennen und zu benennen.<\/p>\r\n<p><strong>Wird erst deutlich, dass beide Partner durch die \u00e4u\u00dfere Situation \u00fcberfordert sind, k\u00f6nnen die gemeinsamen Schwierigkeiten in der Beziehung in einem anderen Licht betrachtet werden und die Bem\u00fchungen des Einzelnen, mit der Situation zurechtzukommen, besser gew\u00fcrdigt werden.<\/strong><\/p>\r\n<p>Dann k\u00f6nnen auch die \u00e4u\u00dferen Belastungen in Zusammenarbeit beider Partner besser bew\u00e4ltigt werden.<\/p>\r\n<h2>Der Partner als Spielverderber?<\/h2>\r\n<p><strong>Probleme entstehen h\u00e4ufig dann, wenn in einer Partnerschaft eigene Identit\u00e4tsvorstellungen nicht umgesetzt bzw. beibehalten werden k\u00f6nnen.<\/strong><\/p>\r\n<p>In einer Partnerschaft m\u00f6chte man in seinen innersten M\u00f6glichkeiten verstanden und unterst\u00fctzt werden. Selten kann man sich aber in allen Aspekten seiner Pers\u00f6nlichkeit voll ausleben und entfalten, da nie alle Aspekte, die einem selbst wichtig sind durch den Partner beantwortet werden.<\/p>\r\n<p><strong>Jeder kommt mit seinem Lebensentwurf und den eigenen Vorstellungen in eine Beziehung und es ist die gemeinsame Aufgabe der Partner Kompromisse zu finden.<\/strong><\/p>\r\n<p>Der Aufbau einer gemeinsamen Welt mit dem Partner kann daher in Konkurrenz\u00a0 zur eigenen Selbstverwirklichung und beruflichen Karriere geraten. Zum Beispiel m\u00fcssen vielleicht lang gepflegte Hobbys oder ein gewohnter Lebensstil aufgegeben werden, wenn ein Paar beschlie\u00dft, Kinder zu bekommen. Manchmal machen wir dann unseren Partner daf\u00fcr verantwortlich, dass wir unsere &#8211; meist idealen und \u00fcberh\u00f6hten &#8211; Identit\u00e4tsvorstellungen nicht ausleben k\u00f6nnen.<\/p>\r\n<p><strong>Der Partner bzw. die Partnerin wird dann zum S\u00fcndenbock f\u00fcr nicht gelebte M\u00f6glichkeiten.<\/strong><\/p>\r\n<p>H\u00e4ufig sehen wir dann nur das, was wir aufgeben und nicht erreichen und nicht das was wir durch unseren Partner hinzu gewinnen und was wir miteinander teilen. Machen wir unseren Partner f\u00fcr verpasste Chancen verantwortlich, vergessen wir, dass <strong>die aktive Entscheidung f\u00fcr etwas immer auch eine Entscheidung gegen etwas anderes beinhaltet<\/strong>. Zum Aufbau einer gemeinsamen Welt geh\u00f6rt auch immer der Verzicht &#8211; ohne aber sich dabei selbst aufzugeben.<\/p>\r\n<h2>Das Gewicht verlagern<\/h2>\r\n<p>Wenn die Erf\u00fcllung der Bed\u00fcrfnisse nach Orientierung, Anerkennung und Selbstverwirklichung allein in der Partnerschaft gesucht wird, kann es schnell <strong>zur \u00dcberlastung der Beziehung<\/strong> kommen. Der enorme Erwartungsdruck schafft Konfliktpotenzial und kann die Liebe zwischen den Partnern ersticken. Wir sollten uns dessen bewusst sein und<strong> unsere Partnerschaft vor der \u00dcberfrachtung durch zu hohe Anspr\u00fcche sch\u00fctzen<\/strong>. In diesem Sinne ist es wichtig, dass wir nicht voneinander erwarten, dass wir alles miteinander teilen. Es kann sehr entlastend f\u00fcr die Beziehung sein, wenn jeder Raum hat, seinen eigenen Interessen nachzugehen und Hobbys und Freundschaften zu pflegen.<\/p>\r\n<p><strong>Wir sind in unserer Beziehung freier, wenn es in unserem Leben auch andere unterst\u00fctzende und identit\u00e4tsstiftende Menschen gibt.<\/strong><\/p>\r\n<p>Mit guten Freunden k\u00f6nnen wir vielleicht ganz andere Seiten teilen, die in der Partnerschaft nicht so sehr zur Geltung kommen. Dennoch sollte nat\u00fcrlich die spezielle Qualit\u00e4t der Paarbeziehung durch \u00e4u\u00dfere Kontakte nicht infrage gestellt werden, indem der Partner zum Beispiel bei wichtigen Entscheidungen oder bei der Bew\u00e4ltigung wichtiger Themen \u00fcbergangen wird.<\/p>\r\n<p><strong>Es gilt, ein gutes und f\u00fcr beide stimmiges Gleichgewicht zwischen den eigenen Freir\u00e4umen und der Bezogenheit zum Partner anzustreben.<\/strong><\/p>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer bin Ich und wer will Ich sein mit Dir? Menschen sind heute zunehmend verunsichert hinsichtlich der Frage, wer sie \u201esind&#8220;, wie sie sein und leben sollten. Hinsichtlich vieler Entscheidungen bietet unsere Gesellschaft nicht mehr den Rahmen, der uns vorgibt was richtig und was falsch ist. Dies bedeutet zwar einerseits, dass wir viele Freiheiten und&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":15119,"parent":17097,"menu_order":2,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"class_list":["post-16727","page","type-page","status-publish","has-post-thumbnail","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/454545.lu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/16727","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/454545.lu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/454545.lu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/454545.lu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/454545.lu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=16727"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/454545.lu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/16727\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/454545.lu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/17097"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/454545.lu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15119"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/454545.lu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16727"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}