{"id":16749,"date":"2025-03-11T14:27:48","date_gmt":"2025-03-11T14:27:48","guid":{"rendered":"https:\/\/new454545.addedsense.eu\/du-couple-a-la-famille\/"},"modified":"2025-06-19T11:59:02","modified_gmt":"2025-06-19T11:59:02","slug":"vom-paar-zur-familie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/454545.lu\/de\/unsere-themen\/partnerschaft\/vom-paar-zur-familie\/","title":{"rendered":"Vom Paar zur Familie"},"content":{"rendered":"\n\n\t<p>Wenn Kinder in eine Partnerschaft kommen, ver\u00e4ndert sich die Beziehungssituation des Paares deutlich. Es ist weniger Zeit f\u00fcr einander da. Es gibt ganz neue Anforderungen und Aufgaben, die aufgeteilt und bew\u00e4ltigt werden m\u00fcssen. Sp\u00e4ter geht es darum, einen gemeinsamen Weg in der Erziehung der Kinder zu finden. Kinder sind einerseits eine Bereicherung f\u00fcr das Zusammenleben des Paares, stellen es aber auch vor ganz neue Herausforderungen. In den Zeiten der Kindererziehung leidet daher nicht selten die Beziehungsqualit\u00e4t, wenn das Paar sich zu sehr auf die Kinder konzentriert und \u00fcber die Anforderungen der Elternschaft die Zweierbeziehung vernachl\u00e4ssigt. Damit ist aber kein Paar allein. Es ist sehr verst\u00e4ndlich und normal, dass es mit der Familiengr\u00fcndung zu Konflikten kommt. Da die Familiengr\u00fcndung oft mit dem Aufbau der beruflichen Karriere der Partner zusammenf\u00e4llt, werden die Konflikte zus\u00e4tzlich dadurch verst\u00e4rkt, dass die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen es Paaren weiterhin schwer machen, Familien- und Berufsleben zu vereinen.<\/p>\n<h2>Fehlende Intimit\u00e4t<\/h2>\n<p>Bei vielen Paaren kommt es durch die Geburt des ersten Kindes zur Belastung der Beziehung. Nicht nur f\u00fcr jeden Einzelnen bedeutet ein Kind eine gro\u00dfe Ver\u00e4nderung, da Zeit und Energie ganz anders verteilt werden m\u00fcssen und die gewohnten Lebensweisen in vieler Hinsicht eingeschr\u00e4nkt werden. Die Zeit, die das Paar f\u00fcr sich allein beanspruchen kann, wird sehr knapp, vor allem in der Zeit, da die Kinder noch klein sind. Zeit f\u00fcr Zweisamkeit ist aber sehr wichtig um Gef\u00fchle von N\u00e4he und Intimit\u00e4t in der Partnerschaft zu bewahren, um pers\u00f6nliche Gespr\u00e4che zu f\u00fchren und gemeinsam lustvolle Sexualit\u00e4t zu erleben. Zeit miteinander zu verbringen, hei\u00dft auch, die Lebendigkeit der Beziehung zu erhalten. Auch Streit, das L\u00f6sen von Konflikten und Vers\u00f6hnung brauchen einen Raum, den nur das Paar teilt.<\/p>\n<h2>Vorsicht vor der Vermischung von Partnerschaft und Elternschaft<\/h2>\n<p>Wichtig ist es daher die Paarbeziehung von der Elternschaft getrennt zu halten. Damit meinen wir, dass das Paar sich erlauben darf, Freir\u00e4ume zu schaffen, in denen es f\u00fcr sich ist, ausgeht oder den Kontakt mit Freunden pflegt. In dieser Zeit k\u00f6nnen Babysitter, Gro\u00dfeltern oder Halbtagesm\u00fctter die Betreuung \u00fcbernehmen. Auch f\u00fcr Kinder ist es eher f\u00f6rderlich, in einem gewissen Ausma\u00df auch mit anderen Bezugspersonen als den Eltern Kontakt zu haben.<\/p>\n<p>Eine gut funktionierende Partnerschaft braucht eindeutige &#8211; wenn auch durchl\u00e4ssige &#8211; Grenzen nach au\u00dfen. Das bedeutet, dass z.B. im Falle eines Streites, Kinder nicht ins Vertrauen gezogen oder zum \u00dcbermittler von Botschaften gemacht werden. Dies bringt nicht nur die Kinder in Loyalit\u00e4tskonflikte, es schadet auch der Beziehung, weil Konflikte nicht offen gekl\u00e4rt werden. Auch wenn bei einem der Partner Eifersuchtsgef\u00fchle gegen\u00fcber den Kindern entstehen, kann dies ein Zeichen daf\u00fcr sein, dass die beiden Beziehungsbereiche nicht gut gegeneinander abgegrenzt sind und die gemeinsam verbrachte Zeit zu knapp ist. Niemand verf\u00fcgt \u00fcber endlose Ressourcen an Aufmerksamkeit und Zuneigung. Im Alltag k\u00f6nnen diese durch die Betreuung der Kinder schon vollkommen ersch\u00f6pft sein. In dieser Zeit kann es geschehen, dass sich M\u00e4nner mehr und mehr zur\u00fcckziehen und Best\u00e4tigung und Anerkennung vermehrt au\u00dferhalb der Familie suchen, sich z.B. h\u00e4ufiger mit Freunden treffen, sich in \u00fcberm\u00e4\u00dfige sportliche Aktivit\u00e4t, in die Arbeit oder sogar in eine Au\u00dfenbeziehung fl\u00fcchten.<\/p>\n<p>Kommt die Pflege der Partnerschaft in dieser Zeit zu kurz, wie es so h\u00e4ufig passiert, f\u00fchlen meist beide Partner sich in irgendeiner Weise vernachl\u00e4ssigt. Aufgabe beider ist es dann, dass sie miteinander reden, auf ihre Bed\u00fcrfnisse schauen und sich bei der Gestaltung der gemeinsamen Zeit abstimmen.<\/p>\n<h2>Alte Rollen und neue Anspr\u00fcche<\/h2>\n<p>Unabh\u00e4ngig davon, ob Mann und Frau zuvor in der Beziehung und im Beruf gleichberechtigt und ebenb\u00fcrtig waren oder nicht, kommt es in der Elternzeit oft ungewollt dazu, dass sich die Aufteilung der Zust\u00e4ndigkeiten wieder hin zu traditionellen Mustern verschiebt. Wenn die Kinder nicht schon fr\u00fch in Obhut gegeben werden, bew\u00e4ltigt die Frau meist den Gro\u00dfteil des Haushalts und der Kindeserziehung allein. Der Mann ist h\u00e4ufig st\u00e4rker als zuvor von der Arbeit eingenommen, da er zum Alleinverdiener geworden ist. In der Folge entstehen Frustrationen und Unzufriedenheit auf beiden Seiten. Die Frau f\u00fchlt sich beruflich und in den M\u00f6glichkeiten ihrer Selbstverwirklichung eingeschr\u00e4nkt. Der Mann wiederum kann sich in der Familie fremd, ausgeschlossen oder gar st\u00f6rend f\u00fchlen, da er kaum noch am Familienleben teilhat. Dabei gibt es sicher viele M\u00e4nner, die den Wunsch und den Anspruch an sich selbst haben, als V\u00e4ter f\u00fcr ihre Kinder verf\u00fcgbar zu sein. H\u00e4ufig wird vergessen, dass das Nichtausleben dieser Rolle auch als Verlust und Einschr\u00e4nkung erlebt werden kann.<\/p>\n<h2>Zuviel ist Zuviel<\/h2>\nZus\u00e4tzliche \u00dcberforderung entsteht zudem, wenn das Paar versucht, die zuvor gelebten Verh\u00e4ltnisse beizubehalten und in allen Lebensbereichen 100% zu leisten. Wenn Frauen zum Beispiel sich beruflich engagieren, daneben aber den Anspruch haben im Haushalt und in der Kindererziehung perfekt zu funktionieren und sich vielleicht nebenbei noch um die sozialen Kontakte und das Wohlergehen der Eltern und Schwiegereltern k\u00fcmmern. Dann sind Stress und \u00dcberlastung vorprogrammiert. Wenn die Kapazit\u00e4ten ausgesch\u00f6pft sind, wird f\u00fcr das nicht gelingen der eigenen Anspr\u00fcche h\u00e4ufig der andere verantwortlich gemacht. Durch gegenseitige Beschuldigungen entsteht ein Klima der Frustration und \u00dcberforderung.<br \/>\nSchnell kommt es dann zu Konflikten, die sich an scheinbaren Nichtigkeiten entz\u00fcnden. Bei vielen Konflikten dreht es sich im Grunde darum, dass die Anerkennung f\u00fcr die jeweils geleistete Arbeit fehlt, dass Aufgaben einseitig verteilt werden und Beziehungsideale verloren scheinen. H\u00e4ufig f\u00fchlen sich die Betroffenen in eine spezifische Rolle gedr\u00e4ngt und nicht mehr in ihrem eigentlichen Selbstbild wahrgenommen und best\u00e4tigt.\n<h2>Man kann nicht alles haben, leider<\/h2>\n<p>Wenn es um eine gute Balancierung der verschiedenen Lebensbereiche geht, bietet unsere moderne Gesellschaft h\u00e4ufig kaum eine Orientierung. Die Anforderungen des Arbeitsmarktes und jene der Familie bzw. der Paarbeziehung sind h\u00e4ufig widerspr\u00fcchlich und schwer zu vereinen. Die gesellschaftlichen Erwartungen an moderne Paare, auch die Normen f\u00fcr gute Elternschaft und gleichzeitige berufliche Selbstverwirklichung und der h\u00e4ufig durch Medien propagierte Anspruch an ein privates gl\u00fcckliches Heim und romantischer Liebe; all das will erf\u00fcllt sein. Die daf\u00fcr notwendigen Rahmenbedingungen und Modelle existieren aber nicht.<\/p>\n<p>Daher muss jedes Paar seine ganz individuelle L\u00f6sung f\u00fcr eine gute Balance zwischen den eigenen M\u00f6glichkeiten und den eigenen Anspr\u00fcchen finden. Daf\u00fcr ist es wichtig, dass wir uns dar\u00fcber verst\u00e4ndigen k\u00f6nnen, was in der Kindererziehung, in der Haushaltsf\u00fchrung und der Gestaltung des gemeinsamen Lebensraums realistisch und machbar ist und wie wir uns die Arbeit teilen k\u00f6nnen. Oft hei\u00dft das, dass wir Abschied nehmen m\u00fcssen von besonders ehrgeizigen und perfektionistischen Anspr\u00fcchen und \u00fcberh\u00f6hten Idealen. Es ist nicht zu vermeiden, dass Dinge sich \u00e4ndern wenn ein Kind in die Beziehung kommt. Es ist nun einmal so im Leben, dass wir nicht alles haben und nicht alles leben k\u00f6nnen. Zu dem was wir gewinnen, dem Aufbau einer gemeinsamen Welt, geh\u00f6rt auch immer der Verzicht.<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Kinder in eine Partnerschaft kommen, ver\u00e4ndert sich die Beziehungssituation des Paares deutlich. Es ist weniger Zeit f\u00fcr einander da. Es gibt ganz neue Anforderungen und Aufgaben, die aufgeteilt und bew\u00e4ltigt werden m\u00fcssen. Sp\u00e4ter geht es darum, einen gemeinsamen Weg in der Erziehung der Kinder zu finden. 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