{"id":16825,"date":"2025-03-11T15:22:25","date_gmt":"2025-03-11T15:22:25","guid":{"rendered":"https:\/\/new454545.addedsense.eu\/rupture-definitive-ou-crise-passagere\/"},"modified":"2026-01-06T09:27:00","modified_gmt":"2026-01-06T09:27:00","slug":"sind-wir-noch-zu-retten","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/454545.lu\/de\/unsere-themen\/partnerschaft\/sind-wir-noch-zu-retten\/","title":{"rendered":"Sind wir noch zu retten?"},"content":{"rendered":"\n\n\t<h2>Ist es das Ende oder ist es blo\u00df eine Krise?<\/h2>\n<p>Es gibt wohl kaum Partnerschaften, in denen es keine Krisenphase gibt. Nicht immer denken wir gleich an eine Trennung. Wenn es aber in einer Partnerschaft \u00fcber l\u00e4ngere Zeit dauerhaft zu Streitigkeiten, Konflikten und Abwertungen kommt oder wenn ein Partner st\u00e4ndig zur\u00fcckstecken muss, damit eine Beziehung am Leben erhalten werden kann, kommt sicher irgendwann der Gedanke auf, dass es vielleicht besser w\u00e4re, die Beziehung zu beenden.<\/p>\n<p>Meist entsteht dann das Gef\u00fchl, die Liebe f\u00fcr den anderen sei abhanden gekommen. Der Partner kommt uns fremd vor, sein Anblick r\u00fchrt uns nicht mehr an, er vermag nichts Liebevolles mehr in uns auszul\u00f6sen. Wir sind wie fixiert auf die Dinge, die uns st\u00f6ren, ohne dass wir noch bemerken k\u00f6nnen, was uns der andere trotz der Schwierigkeiten noch gibt. Alles, was in der Beziehung gut l\u00e4uft, halten wir vielleicht schon f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich. Wir sind entt\u00e4uscht und verschlie\u00dfen uns gegen\u00fcber dem anderen, suchen Abstand, innerlich sowie \u00e4u\u00dferlich. Vielleicht suchen wir auch schon eine andere Person, zu der wir uns mehr hingezogen f\u00fchlen, eine Person, die ein neues Abenteuer verspricht. Vielleicht haben wir uns sogar schon neu verliebt.<\/p>\n<p>Ob eine solche Entwicklung in der Partnerschaft schon f\u00fcr eine Trennung spricht, ist pauschal nicht zubeantworten. Diese Anzeichen sprechen auf jeden Fall daf\u00fcr, dass die Beziehung wieder mehr Beachtung braucht, wenn sie nicht in die Br\u00fcche gehen soll. Es gibt viele Menschen, die sich zu schnell trennen, sowie es auch viele Paare gibt, die zu lang zusammenbleiben und l\u00e4nger als n\u00f6tig leiden. Manchmal kann eine Trennung notwendig sein, um sich aus nicht mehr ertragbaren Umst\u00e4nden zu befreien. Manchmal hat es in einer Beziehung einfach ung\u00fcnstige Entwicklungen gegeben und sie ist wie festgefahren, doch mit gemeinsamer Anstrengung k\u00f6nnte noch viel gerettet und viel Leid vermieden werden.<\/p>\n<h2>Soll ich gehen oder bleiben?<\/h2>\n<p>Soll ich gehen oder bleiben? Diese Frage kann sehr qu\u00e4lend sein. Wir pendeln unentwegt zwischen beiden Alternativen. Dabei kreisen in unserem Kopf wom\u00f6glich Gedanken wie: Kann ich das dem anderen antun? Ich will ihm\/ihr nicht wehtun. Was h\u00e4lt mich in der Beziehung? Werde ich einen neuen Partner finden? Wir haben gemeinsam so viel durchgemacht, ich will die Beziehung nicht einfach wegwerfen. Verpasse ich nicht etwas, wenn ich bleibe? Vielleicht ist das nur eine Phase und es wird wieder besser, wenn der Stress auf Arbeit mal vorbei ist, &#8230; die Kinder aus dem Haus sind, &#8230; das Haus fertig gebaut ist, &#8230; der n\u00e4chste gemeinsame Urlaub ansteht usw.<\/p>\n<p>Die Entscheidung zu gehen, bedeutet meist auch etwas sehr Vertrautes zu verlassen, sich von Lebenspl\u00e4nen und Sicherheiten zu trennen und sich in eine ungewisse Zukunft zu begeben. Qu\u00e4lend ist die Entscheidung vor allem, weil mit ihr meist viele \u00c4ngste verbunden sind: die Angst einen Fehler zu begehen, die Angst vor dem Alleinsein und der Einsamkeit, die Angst davor keine Partnerin mehr zu finden. Auch \u00c4ngste vor eventuellen finanziellen Schwierigkeiten, vor der \u00dcberforderung durch eine neue Lebensorganisation, zum Beispiel das Bew\u00e4ltigen von Beruf und Kindererziehung usw., spielen gerade nach langj\u00e4hrigen Partnerschaften h\u00e4ufig eine gro\u00dfe Rolle.<\/p>\n<p>Wenn wir uns von unserem Partner trennen wollen, steht dahinter oft die Idee und auch die Hoffnung, dass es mit dem n\u00e4chsten Partner sicher besser klappt, dass wir in der n\u00e4chsten Beziehung das finden, was uns bisher gefehlt hat. Diese Hoffnung ist h\u00e4ufig eine Illusion. Viel zu schnell machen wir unseren Partner f\u00fcr unsere Unzufriedenheit und die Schwierigkeiten in der Beziehung allein verantwortlich und sehen unseren eigenen Beitrag nicht. Wenn wir nicht aus unseren bisherigen Partnerschaften lernen, tappen wir gew\u00f6hnlich immer wieder in die gleichen Beziehungsfallen.<\/p>\n<h2>Beziehungen wollen gepflegt werden<\/h2>\n<p>In jeder Partnerschaft und mit jedem Partner\u00a0 kann es Zeiten geben, in denen das Zusammenleben sehr schwer wird. Am Ende gehen Beziehungen h\u00e4ufig deswegen ein, weil sie nicht genug gepflegt werden, weil wir uns Konflikten nicht stellen und meinen, es w\u00fcrde alles schon irgendwie laufen. Ist das Zusammensein erst einmal selbstverst\u00e4ndlich geworden, setzen wir uns nicht mehr f\u00fcr die Partnerschaft ein. Doch so wie jeder Mensch sich mit der Zeit ver\u00e4ndert, ver\u00e4ndert sich auch unsere Beziehung zueinander. Unsere Partnerschaft muss mit uns wachsen und sich ver\u00e4ndern k\u00f6nnen, sie ist etwas Dynamisches und kein statisches Gebilde. Daher m\u00fcssen sich beide Partner immer wieder aktiv einbringen, damit die Beziehung lebendig bleibt. Diese Eigenschaft von Beziehungen macht es uns aber auch m\u00f6glich, eine Kurskorrektur vorzunehmen, wenn das Beziehungsgl\u00fcck mal abhanden gekommen ist.<\/p>\n<h2>Glaube an Ver\u00e4nderung &#8211; und Akzeptanz von nicht Ver\u00e4nderbarem<\/h2>\n<p>Es gibt viele Szenarien, bei denen die M\u00f6glichkeit besteht, dass eine Beziehung noch gerettet werden kann. Zur Beantwortung der Frage, ob eine Partnerschaft, die in einer tiefen Krise steckt, noch eine Chance hat, ist es entscheidend ob, die Partner noch Spielraum f\u00fcr Ver\u00e4nderungen sehen. Gibt es auf beiden Seiten die Bereitschaft wieder zu investieren, Konflikte wirklich anzusprechen und gemeinsam Abmachungen zu treffen? Ist der Wille da, Ver\u00e4nderung auch zuzulassen?<\/p>\n<p>Es ist wichtig, die Unzufriedenheit nicht erst lange wachsen zu lassen. Es lohnt sich vielleicht gerade jetzt noch mal genauer hinzusehen und f\u00fcr die Beziehung zu k\u00e4mpfen. Um sich aus einer Krise wieder heraus zu man\u00f6vrieren braucht es gegenseitige Loyalit\u00e4t, ein Mindestma\u00df an Respekt und Achtung und eine gewisse Verbindlichkeit, damit wir sicher sein k\u00f6nnen, dass sich unser Einsatz auch lohnt. Ganz zentral ist auch eine gewisse Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, den anderen so zu lassen, wie er eben ist. Wenn wir akzeptieren, dass sich manche Dinge nicht \u00e4ndern lassen, wird es einfacher in solche Bereiche zu investieren, wo Ver\u00e4nderung m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p>Hoffnung besteht f\u00fcr eine Beziehung dann, wenn beide &#8211; trotz der Schwierigkeiten &#8211; noch immer gemeinsame Lebensziele teilen und es in der Partnerschaft f\u00fcr beide die M\u00f6glichkeit gibt wichtige (und realistische) pers\u00f6nliche Ziele zu verwirklichen (z.B. Kinderwunsch, Berufsm\u00f6glichkeiten, Rollenverteilung zwischen Mann und Frau, N\u00e4he zur Herkunftsfamilie usw.).Ein gutes Zeichen ist es zudem, wenn ein Paar noch immer denselben Humor teilt und es noch zusammen lachen kann. Humor kann ein wichtiges Mittel sein, um Konfliktsituationen spielerisch zu entsch\u00e4rfen. Wenn es noch m\u00f6glich ist, sich nach einem Streit zu vers\u00f6hnen und wenn k\u00f6rperliche N\u00e4he und Intimit\u00e4t noch gew\u00fcnscht sind, gibt es sicher noch Spielraum, um eine Partnerschaft zu retten.<\/p>\n<h2>Alarmzeichen erkennen<\/h2>\n<p>Auch wenn jede Beziehung und jedes Paar anders ist, gibt es doch deutliche Zeichen daf\u00fcr, wann eine Beziehung in einer so tiefen Krise steckt, dass das Paar sich aus eigenen Kr\u00e4ften kaum wieder herausman\u00f6vrieren kann:<\/p>\n<p><strong>Es ist kein Interesse mehr f\u00fcr das Leben des anderen da:<\/strong> Man nimmt nicht mehr Anteil an t\u00e4glichen Sorgen und Freuden des anderen (indem man z.B. nicht zuh\u00f6rt) oder l\u00e4sst ihn mit Problemen allein. Anerkennung und Dank sind Fremdw\u00f6rter geworden.<\/p>\n<p><strong>Es gibt kaum noch Gemeinsamkeiten,<\/strong> keine verbindenden Interessen oder gemeinsame Aktivit\u00e4ten, auf die man sich freut.<\/p>\n<p><strong>K\u00f6rperliche N\u00e4he und Sexualit\u00e4t:<\/strong> Es gibt kein Liebesleben mehr oder man empfindet sogar eher Widerwillen, wenn der andere einem n\u00e4her kommt. Oder es kommt zu Grenz\u00fcberschreitungen, einer dr\u00e4ngt dem anderen seine Art von Sexualit\u00e4t auf, es wird keine Balance zwischen verschiedenen Ausdruckformen von Liebe und Sexualit\u00e4t angestrebt.<\/p>\n<p><strong>Es besteht ein extremes Ungleichgewicht von Autonomie und Abh\u00e4ngigkeit.<\/strong> Einer der Partner hat sich f\u00fcr den anderen vollkommen aufgegeben. F\u00fcr die gemeinsame Identit\u00e4t hat er die eigene aufgegeben. Bed\u00fcrfnisse werden, um der Beziehung und der Harmonie willen, vollkommen zur\u00fcckgestellt.<\/p>\n<p><strong>Es gibt keine \u00dcbereinstimmung in grundlegenden Werten und wesentlichen Lebenszielen:<\/strong> Es besteht keine Hoffnung, mit dem Partner wichtige Lebensziele zu verwirklichen oder pers\u00f6nlich bedeutsame Werte und Ideale leben zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Die Loyalit\u00e4t f\u00fcr den Partner fehlt:<\/strong> Man steht nicht mehr zum Partner, sondern redet mit anderen (Freunden, Eltern etc.) schlecht \u00fcber ihn oder macht ihn vor anderen l\u00e4cherlich. Es gibt daher auch kaum noch eine Vertrauensbasis. Der Partner und die Beziehung stehen langfristig nicht mehr gleichberechtigt neben anderen Lebensbereichen, sondern werden immer hinten angestellt.<\/p>\n<p><strong>Achtung und Respekt fehlen.<\/strong> Ein Minimum an Wertsch\u00e4tzung, an H\u00f6flichkeit und Freundlichkeit wird nicht mehr erbracht. Beleidigungen und Abwertungen geh\u00f6ren zum Alltag. Die Privatsph\u00e4re des anderen wird nicht geachtet.<\/p>\n<p><strong>Einer oder beide Partner zeigen kaum noch Einsatzbereitschaft f\u00fcr die Partnerschaft:<\/strong> Es gibt keine Verbindlichkeit mehr in der Beziehung. Ein Partner \u00fcbergeht den anderen bei wichtigen Entscheidungen, Versprechen werden nicht gehalten und man nimmt sich keine Zeit mehr f\u00fcreinander. Es gibt keine Bereitschaft Ver\u00e4nderungen zu initiieren oder es wird sogar schon h\u00e4ufiger von Trennung gesprochen.<\/p>\n<p>Diese Punkte bedeutend nicht zwangsl\u00e4ufig das Aus f\u00fcr eine Beziehung. Aber es sind schon sehr deutliche Zeichen daf\u00fcr, dass die Basis der Partnerschaft ernsthaft gef\u00e4hrdet ist, weil wirklich wesentliche Dinge fehlen. In dieser Situation ist sehr wichtig zun\u00e4chst zu kl\u00e4ren, ob der Wunsch nach einer Trennung oder Scheidung der einzige Weg aus der Krise ist oder ob die bestehenden Schwierigkeiten anders gel\u00f6st werden k\u00f6nnen. Die Aufl\u00f6sung einer Partnerschaft kann f\u00fcr alle Beteiligten, vor allem aber f\u00fcr die gemeinsamen Kinder, sehr belastend sein. Wenn es dabei zu destruktiven Auseinandersetzungen kommt, kann sehr viel Schaden angerichtet werden. In jedem Fall ist es daher empfehlenswert, sich f\u00fcr diesen Prozess der Kl\u00e4rung, als Paar oder allein, professionelle Unterst\u00fctzung zu suchen. Sollte sich herausstellen, dass eine Trennung die einzig m\u00f6gliche L\u00f6sung ist, kann ein Therapeut, ein Mediator oder ein Berater dem Paar dabei behilflich sein, respektvoll miteinander umzugehen und gr\u00f6\u00dfere Kr\u00e4nkungen und Feindseligkeiten bei der Trennung zu vermeiden. So kann verhindert werden, dass die Partner und besonders die Kinder unn\u00f6tig leiden.<\/p>\n<p>Weitere Informationen zur Paar- und Trennungsberatung und Mediation finden Sie in der Informationsbrosch\u00fcre <a href=\"https:\/\/www.profamilia.lu\/media\/Pdf\/Brochure+DE+-+Familien+in+Trennung+und+Scheidung.pdf\">\u201eFamilien in Trennung und Scheidung&#8220;<\/a> der AG-QM-Psy.<\/p>\n<h2>No Go: Gewalt und Dem\u00fctigung<\/h2>\n<p>Wenn durch das Verhalten des Partners die pers\u00f6nliche W\u00fcrde verletzt und die eigene Sicherheit bedroht wird, ist das die h\u00f6chste Alarmstufe. Ist es in einer Beziehung erst so weit gekommen, sind die reellen Chancen, dass ein Paar aus einer solchen Dynamik allein wieder herauskommt, sehr gering. Hier ist es noch dringender angeraten, sich an professionelle Hilfe wie Beratungsstellen und Paartherapeuten zu wenden.<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ist es das Ende oder ist es blo\u00df eine Krise? 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