{"id":16827,"date":"2025-03-11T15:25:00","date_gmt":"2025-03-11T15:25:00","guid":{"rendered":"https:\/\/new454545.addedsense.eu\/quand-le-partenaire-part\/"},"modified":"2025-06-19T12:29:34","modified_gmt":"2025-06-19T12:29:34","slug":"wenn-der-partner-gegangen-ist","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/454545.lu\/de\/unsere-themen\/partnerschaft\/wenn-der-partner-gegangen-ist\/","title":{"rendered":"Wenn der Partner gegangen ist\u2026"},"content":{"rendered":"\n\n\t<p>Jeder, der heiratet oder sich zu einer festen Lebensgemeinschaft entschlie\u00dft, tut das wahrscheinlich mit der Hoffnung \u201ebis an das Lebensende&#8221;. Scheidung oder Trennung, so denken wir oft, passieren nur anderen. Und dann passiert es doch. Unser Partner hat die Entscheidung getroffen, die Beziehung zu beenden.<\/p>\n<h2>Erste Reaktion: wie im Schockzustand<\/h2>\n<p>Im ersten Moment sind wir wie gel\u00e4hmt, wir k\u00f6nnen es einfach nicht begreifen. Wir wollen nicht wahr haben, dass dies das Ende der Beziehung sein soll. Diese Reaktion ist v\u00f6llig normal. Wir verleugnen oder ignorieren die endg\u00fcltige Trennung, pendeln zwischen Verzweiflung und der Hoffnung, dass doch alles wieder gut wird, dass die Trennung nur vorl\u00e4ufig ist und wir den Partner noch zur\u00fcckgewinnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Besonders schwer trifft es uns, wenn die Trennung ganz pl\u00f6tzlich und unerwartet kommt. Wir haben bestimmte Signale unseres Partners nicht gesehen oder nicht sehen wollen. Aber auch wenn wir es geahnt haben, sind wir in der ersten Zeit wie im Schockzustand. Was vorher eine wage Bedrohung war, ist Wirklichkeit geworden und unser Kopf will es zun\u00e4chst einfach nicht glauben.<\/p>\n<h2>Ein einziges Gef\u00fchlschaos<\/h2>\n<p>Wenn die Trennung tats\u00e4chlich vollzogen ist und die Abwesenheit des anderen ist sp\u00fcrbar, weil z.B. die Wohnung leer ist, fangen wir an zu realisieren, dass es vorbei ist. Erst das Anerkennen der Trennung l\u00e4sst den seelischen Schmerz und auch die Wut wirklich zu. Dann durchleben wir eine Phase der Trauer, die durch starke Stimmungsschwankungen und Orientierungslosigkeit gekennzeichnet ist.<\/p>\n<p>Wir sind verzweifelt und hilflos. Ein ganzes Gef\u00fchlschaos bricht los. Wir k\u00f6nnen uns nicht vorstellen je wieder gl\u00fccklich zu sein. Uns kommen all die sch\u00f6nen Erinnerungen hoch, die uns den Verlust besonders schmerzhaft vor Augen f\u00fchren. Die verschiedensten Gef\u00fchle \u00fcberfluten uns: Traurigkeit, Wut, Angst, innere Unruhe und Nervosit\u00e4t, vielleicht auch k\u00f6rperliche Beschwerden. Vielleicht ist es aber auch eher wie eine innere L\u00e4hmung, so dass uns selbst die einfachsten Dinge uns unendlich m\u00fchsam vorkommen. Wir werden konfrontiert mit einer inneren Leere, ein Gef\u00fchl von totaler Verlassenheit und Ausgesto\u00dfensein.\u00a0 Qu\u00e4lende Einsamkeitsgef\u00fchle und Angst brechen \u00fcber uns herein. Ohne den Partner haben wir den Halt verloren, wir haben Angst, das Leben allein nicht zu meistern.\u00a0 Wir trauen uns nichts mehr zu. Wir f\u00fcrchten die N\u00e4chte und Wochenenden. Das Alleinsein wird fast unertr\u00e4glich. Gerade nach einer langj\u00e4hrigen Beziehung sind wir auf das Leben als Single nicht besonders gut vorbereitet. Die Ver\u00e4nderungen der Finanzen, der Wohnung, m\u00f6glicherweise die alleinige Erziehung der Kinder, die b\u00fcrokratische Abwicklung der Scheidung erscheinen uns als un\u00fcberwindbare H\u00fcrde. All diese Anforderungen schn\u00fcren uns die Kehle zu.<\/p>\n<p>Immer wieder kommt das Gef\u00fchl auf, vollkommen gescheitert zu sein. Wir qu\u00e4len uns mit Selbstzweifeln, Selbstanklagen und Schuldgef\u00fchlen: Warum ist er\/sie gegangen? Was ist nicht gut genug an mir? Was habe ich falsch gemacht? Ich h\u00e4tte mehr f\u00fcr die Beziehung tun m\u00fcssen. usw. Hinzu kommt vielleicht die Angst, nicht liebenswert und nicht mehr attraktiv genug zu sein, um je wieder einen Partner zu finden.<\/p>\n<p>Aber auch Wut und Hassgef\u00fchle flammen in uns auf. In unseren Gedanken beschimpfen wir den Ex-Partner, machen ihm heftige Vorw\u00fcrfe, vielleicht haben wir auch Rachegedanken. Diese Wut schl\u00e4gt aber alsbald wieder um in Schmerz. Wir pendeln unentwegt zwischen Hass auf den Ex-Partner und Sehnsucht nach ihm. Vielleicht versuchen wir auch, den Partner zur\u00fcckzugewinnen, weil wir uns noch nicht von der Hoffnung trennen k\u00f6nnen, dass es noch ein Zur\u00fcck, eine Chance f\u00fcr die Beziehung gibt. Wenn diese Versuche scheitern, empfinden wir heftige Schamgef\u00fchle und werten uns selbst ab, ja, wir verlieren fast unsere Selbstachtung.<\/p>\n<h2>Das Trauern zulassen&#8230;<\/h2>\n<p>Es ist zun\u00e4chst sehr wichtig zu verstehen, dass all diese Reaktionen &#8211; der Schmerz, die Wut, die Angst, der Selbsthass &#8211; v\u00f6llig normal sind und ganz nat\u00fcrliche Reaktionen auf den Verlust eines Menschen, der uns viel bedeutet hat. Sie geh\u00f6ren zu dem notwendigen Trauerprozess, der es uns erlaubt, uns von diesem Menschen zu l\u00f6sen. Wirklich trauern zu k\u00f6nnen ist wichtig f\u00fcr jeden Menschen. Auch wenn wir uns selbst nicht gern so erleben und wir meinen, wir m\u00fcssten weiter \u201enormal&#8221; funktionieren. H\u00e4ufig rei\u00dft uns aber eine Trennung vollkommen aus unserer jetzigen Lebenssituation heraus. Es ist nicht nur der Verlust und Abschied von der Person, sondern auch ein Abschied von einem Lebensentwurf, von der Idee einer gemeinsamen Zukunft sowie ein Abschied von gemeinsamer Lebenserfahrung. Es ist eine ganze Welt, die hier aus den Fugen ger\u00e4t. Daher ist es kein Wunder, dass wir Orientierung und Halt f\u00fcr einige Zeit verlieren.<\/p>\n<p>Trauernde befinden sich sozusagen in einem Ausnahmezustand. Wie lang dieser Zustand anh\u00e4lt, kann von Person zu Person und von Situation zu Situation ganz unterschiedlich sein. Wir d\u00fcrfen uns daher nicht unter Druck setzten. Auch wenn es nicht einfach ist, sollten wir uns erlauben, uns so viel Zeit zu nehmen, wie wir f\u00fcr diesen Prozess brauchen. Wichtig ist, dass wir all diesen unterschiedlichen Gef\u00fchlen Raum gegeben, dass wir sie anerkennen und nicht dagegen ank\u00e4mpfen. Dies gelingt uns am besten, wenn wir in dieser Zeit so gut wie m\u00f6glich mit uns selbst umgehen und gut f\u00fcr uns sorgen.<\/p>\n<p>Es ist sehr wichtig, sich in dieser Phase nicht zu sehr zur\u00fcckziehen. Suchen Sie den Kontakt zu guten Freunden und w\u00e4hlen sie Ihre Gespr\u00e4chspartner mit Sorgfalt aus. Wenn Sie Menschen finden, denen Sie sich in ihrem Schmerz und ihrer Hilflosigkeit zeigen k\u00f6nnen, aber auch Menschen mit denen Sie lachen und unbeschwert sein k\u00f6nnen, je nachdem was Sie gerade brauchen, dann ist das sehr viel wert. Vielleicht kennen Sie jemanden, der eine \u00e4hnliche Situation bereits durchgestanden hat?\u00a0 Es ist wichtig jemanden zu haben, der bereit ist Ihre Trauer auszuhalten, jemand, der Sie in dieser Zeit begleiten und unterst\u00fctzen kann, ohne zu dr\u00e4ngen. Oft ist der Druck von au\u00dfen, wieder zur Normalit\u00e4t zur\u00fcckzukehren, sehr gro\u00df. \u201eVergiss ihn doch einfach, der ist es eh nicht wert gewesen!&#8221; \u201eSieh`s doch positiv&#8230;&#8221;, \u201eDu wirst schon jemand anderen finden.&#8221; Solche Ratschl\u00e4ge sind zwar gut gemeint aber wenig hilfreich. Eigentlich brauchen wir einfach nur jemanden, der uns zuh\u00f6rt und f\u00fcr uns da ist.<\/p>\n<h2>&#8230;um loszulassen<\/h2>\n<p>Wenn wir geduldig und wohlwollend mit uns sind, und versuchen nicht mit der Situation zu hadern, k\u00f6nnen wir nach einiger Zeit schon wieder erste Schritte machen, uns der Zukunft zu \u00f6ffnen. Dann finden wir auch den Mut wieder, das Leben neu zu gestalten.<\/p>\n<p>Wenn die Zeit kommt und wir wirklich Abschied genommen haben, wird vielleicht eine innere Vers\u00f6hnung m\u00f6glich werden. Dann k\u00f6nnen wir uns zugestehen, dass wir das Alte bewahren d\u00fcrfen. Eine solche Vers\u00f6hnung kann sehr heilsam sein. Die Erfahrungen, die man mit der Person gemacht, gerade die guten Dinge, sie bleiben uns dann sozusagen als \u201eErfahrungsschatz&#8221;.<\/p>\n<p><strong>Ein empfehlenswertes Buch, das Sie durch diesen Trauerprozess begleiten kann, ist von Doris Wolf erh\u00e4ltlich: Wenn der Partner geht &#8230; &#8211; Wege zur Bew\u00e4ltigung von Trennung und Scheidung.<\/strong><\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jeder, der heiratet oder sich zu einer festen Lebensgemeinschaft entschlie\u00dft, tut das wahrscheinlich mit der Hoffnung \u201ebis an das Lebensende&#8221;. Scheidung oder Trennung, so denken wir oft, passieren nur anderen. Und dann passiert es doch. Unser Partner hat die Entscheidung getroffen, die Beziehung zu beenden. 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