{"id":16989,"date":"2025-04-15T06:12:43","date_gmt":"2025-04-15T06:12:43","guid":{"rendered":"https:\/\/new454545.addedsense.eu\/la-violence-conjugale\/"},"modified":"2026-02-09T10:14:12","modified_gmt":"2026-02-09T10:14:12","slug":"die-gewalt-in-der-paarbeziehung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/454545.lu\/de\/unsere-themen\/gewalt\/die-gewalt-in-der-paarbeziehung\/","title":{"rendered":"Die Gewalt in der Paarbeziehung"},"content":{"rendered":"\n\n\t<p>Die luxemburgische Gesetzgebung macht sichtbar, dass wir in einem Land leben, das sich heute sehr klar gegen jede Art zwischenmenschlicher Gewalt, die angeprangert wird, positioniert. Auch wird das Leiden der Opfer anerkannt. Gewalt kann jeden Menschen (be)treffen und wir \u00a0k\u00f6nnen \u00a0ihr \u00fcberall begegnen: in jeder sozialen Schicht, in \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln, auf dem Arbeitsplatz bis hin zum privaten Schlafzimmer. Kommt es zu Gewalt in intimen Beziehungen, so wird die Situation noch komplexer und das pers\u00f6nliche Leiden noch mehr gesteigert. Wir haben es hier mit einem gesellschaftlichen Problem zu tun, das es unbedingt zu bek\u00e4mpfen gilt.<\/p>\n<h2>Was ist Gewalt und wann sprechen wir von Gewalt?<\/h2>\n<p><strong>Als Gewalt bezeichnen wir alle besitzergreifenden missbr\u00e4uchlichen Verhaltensweisen, Worte oder Gesten, die wiederholt aggressiv gegen einen anderen Menschen eingesetzt werden<\/strong>. Wir tendieren dazu zu glauben, dass jemand gewaltt\u00e4tig wird, wenn er die Kontrolle \u00fcber sich verliert. Dies stimmt auch, wenn ein Mensch einmal gewaltt\u00e4tig wird. Wird Gewalt \u00a0wiederholt angewandt, zwei, drei, vier&#8230; mal, dann sind der T\u00e4ter und das Opfer in einer Gewaltbeziehung blockiert. In diesem Fall wird Gewalt benutzt, um einen anderen Menschen zu beherrschen und die eigene Macht \u00fcber den anderen zu best\u00e4tigen. Gewalt ist an Manipulation gebunden und kann extrem destruktive Auswirkungen haben, sowohl k\u00f6rperlich als auch mental.<\/p>\n<p><strong>Das Erleben der Gewalt ist pers\u00f6nlich.<\/strong> Gewalt beginnt in dem Moment, in dem sich ein Mensch gedem\u00fctigt, entw\u00fcrdigt oder verletzt f\u00fchlt. Die Person selbst sp\u00fcrt ihre Grenzen und es ist nicht der Aggressor, der definiert, wo Gewalt beginnt. Wenn eine Person einen Akt als gewaltt\u00e4tig empfindet, dann war dieser gewaltt\u00e4tig und wir haben es mit Gewalt zu tun. Es ist wichtig, dass Menschen ihren eigenen Empfindungen trauen: wenn die Handlung eines anderen Menschen uns verletzt hat, dann ist es wichtig, dies anzusprechen und aufzul\u00f6sen.<\/p>\n<p>Es gibt verschiedene Arten von Gewalt:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Die psychische und die verbale Gewalt<\/strong>: hier geht es um den Angriff auf die psychische oder mentale Integrit\u00e4t eines Menschen. Diese Form von Gewalt wird eingesetzt um den Anderen zu destabilisieren und in seinem Selbstwert anzugreifen oder seinen Selbstwert zu mindern. Dies geschieht durch Drohungen, emotionale Erpressung, Kontrolle, Beschimpfungen &#8230;<\/li>\n<li><strong>Die physische Gewalt<\/strong>: hiermit meint man alle Angriffe auf die physische Integrit\u00e4t und den K\u00f6rper eines Anderen. Dies geschieht durch Schlagen, kr\u00e4ftiges Anfassen, Zuf\u00fcgen von Verbrennungen, Bei\u00dfen, mit den Haaren ziehen&#8230;<\/li>\n<li><strong>Die sexuelle Gewalt<\/strong>: diese geschieht, indem man dem Anderen seine \u00dcberlegenheit zeigt und die eigenen sexuellen W\u00fcnsche aufzwingt z.B. durch Vergewaltigung, durch Aufzwingen von sexuellen Praktiken &#8230;<\/li>\n<li><strong>Die \u00f6konomische Gewalt<\/strong>: hier wird dem Anderen nicht erlaubt, finanziell unabh\u00e4ngig zu sein; man kontrolliert seine Ausgaben und sein Geld, man verbietet dem Anderen zu arbeiten oder zwingt ihm die Position eines Bettlers auf..&#8230;.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese unterschiedlichen Arten von Gewalt treten speziell zu Hause und in der Familie auf. Die Mehrzahl der Opfer sind Frauen und Kinder, die der Gewalt vom Vater, vom Partner oder Ex-Partner der Frau ausgeliefert sind. Und doch gibt es immer mehr M\u00e4nner, die aussagen, dass ihre Partnerinnen ihnen gegen\u00fcber gewaltt\u00e4tig sind.<\/p>\n<p>Kommt es zu Gewalt in den pers\u00f6nlichen Beziehungen der Mitglieder einer Familie, so sprechen wir von h\u00e4uslicher Gewalt. Hier geht es um die Gewalt in der Paarbeziehung, der Gewalt der Eltern gegen ihre Kinder, der Kinder gegen ihre Eltern &#8230; Auch der Arbeitsplatz kann ein Ort sein, an dem es zu Gewalt kommt; wir sprechen dann von Mobbing.<\/p>\n<p><strong>Gewalt kann also jeden von uns betreffen, unabh\u00e4ngig vom Alter, Geschlecht oder Schichtzugeh\u00f6rigkeit. Sie kann uns an jedem Ort begegnen. Sollten Sie sich hier angesprochen f\u00fchlen, so wird es wichtig sein, dass Sie sich \u00f6ffnen und dar\u00fcber reden.<\/strong><\/p>\n<h2>Der Zyklus der Gewalt<\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/454545.lu\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Grafik-Gewalt-D-1024x463.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"463\" \/><\/p>\n<p>Der Zyklus der Gewalt ist charakteristisch f\u00fcr die Gewalt in der Paarbeziehung und erlaubt es uns, diese vom Paarkonflikt oder Streit zu unterscheiden. Beim Streit haben wir es mit \u00a0Kontrollverlust zu tun. Hier kommt es vor, dass ein Partner Gewalt einsetzt, wenn er keinen Zugang zu anderen Mittel mehr findet, weil er an seiner Grenze und am Ende ist.<em> In diesem Fall wird der Aggressor seine Tat bitter bereuen, er wird sich ehrlich entschuldigen und nicht wieder gewaltt\u00e4tig werden. Auch wird sein Partner die M\u00f6glichkeit haben zu sagen, dass dieses Verhalten nicht korrekt war und dass man dies nicht machen darf. Symmetrie und Ebenb\u00fcrtigkeit der beiden Partner bleiben bestehen. <\/em><em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p>In der h\u00e4uslichen Gewalt ist das Paar in einem Teufelskreis gefangen. Dieser Zyklus der Gewalt l\u00e4uft in drei Phasen ab, die sich st\u00e4ndig wiederholen:<\/p>\n<ul>\n<li>die erste Phase ist die <strong>Phase des Spannungsaufbaus<\/strong>: bei beiden Partnern &#8211; wie bei jedem Menschen &#8211; stauen sich Frustrationen aus den verschiedensten Lebensbereichen auf und werden aufgebaut statt angesprochen und diskutiert zu werden. Der Aggressor kann mit diesen Frustrationen nicht umgehen und dr\u00fcckt sie als erstes in Form von verbaler und psychischer Gewalt aus. Die angegriffene Person sp\u00fcrt, dass sich eine Krise vorbereitet. Allerdings tut sie ihr Bestes, \u00a0um den Partner zu beruhigen und so eine Explosion vermeiden zu k\u00f6nnen.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Die zweite Phase ist die <strong>Phase der Gewalt:<\/strong> hier kommt es zur konkreten Handlung, der k\u00f6rperlichen oder sexuellen Gewalt. Die angegriffene Person empfindet nur noch Ohnmacht und ist ver\u00e4ngstigt<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Die dritte Phase ist die <strong>Phase der Erholung<\/strong>, <strong>des Honeymoon<\/strong>: nach der Krisenzeit wird dem Aggressor bewusst, dass er riskiert seinen Partner zu verlieren, den er allerdings braucht. Jetzt folgt eine Zeit der sch\u00f6nen Versprechungen und der Entschuldigungen. Der Aggressor nimmt Verhaltensweisen eines idealen Partners oder eines idealen Elternteils an und gibt dem Opfer die Schuld f\u00fcr seine Gewaltausbr\u00fcche. In dieser Phase verst\u00e4rkt sich die Verbindung zwischen den zwei betroffenen Personen und die Angst des Opfers wird durch Hoffnung ersetzt.<\/li>\n<\/ul>\n<p><strong>Der Zyklus beginnt jedoch wieder von vorne.<\/strong> Bei jedem R\u00fcckfall wird die Gewalt intensiver und aggressiver, die Honeymoonphasen werden jedoch k\u00fcrzer. Die Erfahrung und die Forschung haben gezeigt, dass die Mehrzahl der Menschen, die ihren Partner geschlagen haben, wieder damit anfangen wird. Diese R\u00fcckf\u00e4lle sind schwer auszuhalten, da die Opfer hoffen, ihr Partner werde sich \u00e4ndern und aufh\u00f6ren, gewaltt\u00e4tig zu sein.<\/p>\n<p><strong>Es ist wichtig, sich der Tatsache bewusst zu werden, dass Gewalt nicht nur aus Schl\u00e4gen und St\u00f6\u03b2en besteht. Gewalt f\u00e4ngt sehr wohl schon vor der k\u00f6rperlichen Gewalt an. Von dem Moment an, in dem ein Mensch einen anderen bedroht, ihn verbal angreift oder beschimpft, haben wir es mit Gewalt zu tun und es ist wichtig, dar\u00fcber zu sprechen.<\/strong><\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die luxemburgische Gesetzgebung macht sichtbar, dass wir in einem Land leben, das sich heute sehr klar gegen jede Art zwischenmenschlicher Gewalt, die angeprangert wird, positioniert. Auch wird das Leiden der Opfer anerkannt. 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