{"id":17029,"date":"2025-04-15T06:32:17","date_gmt":"2025-04-15T06:32:17","guid":{"rendered":"https:\/\/new454545.addedsense.eu\/resilience\/"},"modified":"2026-01-08T15:53:44","modified_gmt":"2026-01-08T15:53:44","slug":"resilienz-oder-was-meine-krisenkompetenz-ausmacht","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/454545.lu\/de\/unsere-themen\/krisen\/resilienz-oder-was-meine-krisenkompetenz-ausmacht\/","title":{"rendered":"Resilienz oder Was meine Krisenkompetenz ausmacht"},"content":{"rendered":"\n\n\t<blockquote>\n<p><em>\u201eFall down seven times, stand up eight.&#8220; <\/em><\/p>\n<p>Japanisches Sprichwort<\/p>\n<em>\u201eMy strength did not come from lifting weights.<br \/>\n<\/em><em>My strength came from lifting myself up when I was knocked down.&#8220; <\/em>\n<p>Bob Moore<\/p>\n<p><em>\u00a0\u201eHoffnung ist nicht die \u00dcberzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Vaclav Havel<\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Krisenzeiten sind schwierig auszuhalten, anstrengend und kr\u00e4ftezehrend. Krisen treffen uns oft ganz unerwartet und dramatisch. Sie erinnern uns an etwas, was fr\u00fcher schon einmal schmerzhaft war und schlagen neue Wunden. Der Verlust des Arbeitsplatzes, eine unheilbare Krankheit, ein Todesfall. Kinder, die aus dem Haus gehen und ein Loch hinterlassen, eine Trennung, alleinerziehender Elternteil sein, der Partner in der Midlife-Krise, der Umbruch vom Berufsleben in die Rente. Migration, Kriegserlebnisse und Vertreibung aus dem eigenen Heimatland, Unf\u00e4lle und Naturkatastrophen, k\u00f6rperliche und\/oder seelische Gewalt erleben, all das kann Sie bis weit \u00fcber das Ertr\u00e4gliche hinaus fordern. Und oftmals kommt ein Ungl\u00fcck selten allein. Das Leben stellt Aufgaben und Herausforderungen an uns, an Sie, die gel\u00f6st werden wollen.<\/p>\n<p>Vielleicht haben auch Sie sich nach einer \u00fcberstandenen Krise schon einmal gefragt, wie es Ihnen gelungen ist, wieder aus einer Krisensituation herauszukommen. Oder was Sie dazu angetrieben hat, nach L\u00f6sungen zu suchen. Vielleicht sind Sie auch erstaunt \u00fcber sich und fragen sich, was es genau war, das Sie nach dieser schwierigen Situation nach vorne schauen lie\u00df.<\/p>\n<p>Resilienz nennt man den konstruktiven Umgang mit belastenden Ereignissen, Lebenssituationen und Schicksalsschl\u00e4gen.<\/p>\n<p>Im folgenden Text m\u00f6chten wir Ihnen hilfreiche Anregungen geben, Krisen besser zu bew\u00e4ltigen und den Blick auf die resilienten F\u00e4higkeiten lenken, die vielleicht schon in Ihnen stecken oder die Sie vielleicht bei genauem Hinschauen entdecken k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Was bedeutet der Begriff Resilienz eigentlich?<\/h2>\n<p>Forscher nennen Resilienz die innere Widerstandskraft, die manchen Menschen hilft, mit schweren Belastungen fertig zu werden und nicht dabei zu zerbrechen. Diese St\u00e4rke kann, sollte sie nicht bereits fest verankert sein, in allen Lebensphasen erworben werden <a href=\"https:\/\/454545.lu\/de\/unsere-infotexte\/themenbereich-krisen-wendepunkte-im-leben\/resilienz-oder-was-meine-krisenkompetenz-ausmacht\/#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Sie beschreibt eine Robustheit, die dabei hilft, die Auf und Ab&#8217;s des Lebens zu meistern und sogar daran zu wachsen.<\/p>\n<p>Resilienz bedeutet mehr als ein Stehaufm\u00e4nnchen-Effekt: es hei\u00dft, sich selbst steuern und sich nicht den \u00e4u\u00dferen Umst\u00e4nden ausgeliefert f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Resilienz setzt sich aus unterschiedlichen Faktoren zusammen, unter anderem aus Optimismus, Akzeptanz, Eigenverantwortung, L\u00f6sungsorientierung und Zukunftsorientierung sowie der F\u00e4higkeit, sich Beziehungen aufzubauen, die in schwierigen Lebenssituationen Halt geben <a href=\"https:\/\/454545.lu\/de\/unsere-infotexte\/themenbereich-krisen-wendepunkte-im-leben\/resilienz-oder-was-meine-krisenkompetenz-ausmacht\/#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>.<\/p>\n<p>Resilienz zeichnet sich auch dadurch aus, wie stressresistent ein Mensch ist, wie er sich regeneriert und dann auch in der Lage ist, die Br\u00fcche, die es immer wieder in der eigenen Lebensgeschichte gibt, zu verarbeiten und erfolgreich zu integrieren.<\/p>\n<h2>Resilienz als Immunsystem der Seele<\/h2>\n<p>\u00c4hnlich wie das k\u00f6rperliche Immunsystem k\u00f6nnen Sie auch Ihr seelisches Immunsystem gleich Ihre Resilienz st\u00e4rken. Aus vorherigen Krisen verf\u00fcgen Sie vielleicht bereits \u00fcber eine gewisse Widerstandskraft und Erfahrungen, wie Sie mit Stress umgehen, wie Sie belastende Erfahrungen \u201everdauen&#8220; oder erfolgreich integrieren.<\/p>\n<p>All diese Erfahrungswerte k\u00f6nnten Ihnen n\u00fctzen, wenn Ihr K\u00f6rper signalisiert, dass etwas nicht stimmt:\u00a0 oder ist es der Kopf, in dem gerade immer dieselben Gedanken kreisen und sie schlaflos wachliegen l\u00e4sst. Ist es der Magen, der rumort, wenn Sie an eine bestimmte Situation denken oder das Herz, das rast, wenn Sie in Zeitdruck geraten oder beruflich stark gefordert sind. Dann k\u00f6nnte Ihr K\u00f6rper Resonanzboden Ihrer Seele sein, der Ihnen sagt, genauer da hinzuschauen, wo es gerade hakt.<\/p>\n<p>Je bewusster und achtsamer Sie sich selbst beobachten und (Warn)-signale fr\u00fchzeitig erkennen, desto besser k\u00f6nnen Sie Ihre bisher erworbenen Resilienz-Kr\u00e4fte einsetzen bzw. noch erweitern oder sogar ausbauen. \u00c4hnlich dem k\u00f6rperlichen Immunsystem, bauen Sie Ihre St\u00e4rke auf, die es Ihnen erm\u00f6glicht, besser mit Krisen umzugehen.<\/p>\n<p>Vielleicht erinnern Sie sich an Ihre letzte Krisensituation, in der Sie sich wie in einem Jammertal gef\u00fchlt haben und dann aber Licht am Horizont gesehen haben: vielleicht, weil Sie akzeptiert haben, dass das was ist, unausweichlich ist. Nach einer Zeit des Kreisens um das Problem haben Sie sich Ihrer St\u00e4rken besinnt und haben nach vorne geschaut.<\/p>\n<p><strong>Kennen Sie die Geschichte mit den beiden Fr\u00f6schen, die in einen Eimer mit Sahne fallen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Einer war hoffnungslos. Er h\u00f6rte deshalb schon nach kurzer Zeit auf zu strampeln und ertrank. Der andere Frosch gab nicht auf. Er strampelte und strampelte, bis die Sahne zu Butter geworden war. Danach konnte er aus dem Eimer klettern.<\/strong><\/p>\n<p>Vielleicht haben Sie eine Idee bekommen, wie Ihr aus dem \u201eEimer klettern&#8220; aussehen k\u00f6nnte? Vielleicht geh\u00f6ren Sie ja bereits zu denjenigen, die nicht aufgeben und wissen, was Sie brauchen? Vielleicht geh\u00f6ren Sie zu denen, die sich gerade bewusst werden, welche Resilienz-Kraft bislang unbeachtet in Ihnen geschlummert hat?<\/p>\n<h2>Der Wendepunkt zwischen den Welten: das Alte hinter mir, das Neue noch vor mir<\/h2>\n<p>Vielleicht kennen Sie ja dieses Gef\u00fchl von Ungewissheit, Unsicherheit oder ruhelosem Hin und Her. Oder ein Tosen im Kopf, einen trockenen Mund, Grummeln im Bauch wie vor dem Aufbruch in ein unbekanntes Land oder wie Schwindel, der Sie vielleicht \u00fcberf\u00e4llt, wenn Sie von einem ungesicherten Bergpfad in die Tiefe schauen. Kennen Sie dieses oder ein \u00e4hnliches Gef\u00fchl auf der Schwelle von etwas Neuem, bei dem es sich anf\u00fchlt, wie wenn es kein Zur\u00fcck mehr gibt.<\/p>\n<p>Wie kann es Menschen gelingen, aus Krisen, Um-Br\u00fcchen, Scheitern und Fehlschl\u00e4gen, etwas zu machen, was sie wieder lebendiger macht und sie schlie\u00dflich auch daran wachsen l\u00e4sst?<\/p>\n<p>Es ist der Lauf der Zeit, dass die heranwachsenden Kinder das elterliche Nest verlassen. Die Mutter, die sich jahrelang an den Bed\u00fcrfnissen der Kinder ausgerichtet hat, empfindet Leere, als es schlie\u00dflich soweit ist. Sie trauert und Verlust\u00e4ngste machen sich breit. Doch dann gelingt es ihr, wieder Zugang zu ihren eigenen Bed\u00fcrfnissen zu finden.<\/p>\n<p>Ein Mann erf\u00e4hrt, dass er unheilbar erkrankt ist. Dies st\u00fcrzt ihn in eine Krise, er hadert mit sich und seinem Leben, seinen bisher verpassten Chancen. Er verschlie\u00dft sich vor seiner Familie und Freunden, ist lange Zeit nicht ansprechbar. Nachdem er eine Zeit mit sich selbst verbracht hat, kann er wieder Kontakt zu Menschen aufnehmen, die ihm wichtig sind und ihm gerne ihre Unterst\u00fctzung und W\u00e4rme anbieten. Jetzt kann er sie gut annehmen.<\/p>\n<p>Eine Familie muss aus ihrem Heimatland fliehen. Zum ersten Mal seit langem f\u00fchlen sie sich im Land, das sie aufnimmt, wieder sicher. Doch dort ist alles anders: die Sprache, die Kultur, das Essen, das Klima, die kleine Wohnung, die Schule. Es gibt Konflikte in der Familie und das Paar streitet sich oft. Alle haben Heimweh. Die Erwachsenen trauen sich, dies anzusprechen und gemeinsam werden L\u00f6sungen gefunden.<\/p>\n<p>In der Krise haben all diese Menschen ihre eigenen Kr\u00e4fte mobilisiert, trotz ung\u00fcnstiger Ausgangssituationen, Rahmenbedingungen oder unver\u00e4nderlicher Tatsachen. Sie haben nicht aufgegeben, sondern sich auf das was in ihnen steckt, zur\u00fcckbesonnen. Das hat ihnen Vertrauen gegeben, nach vorne zu schauen.<\/p>\n<p>Diese Menschen haben geschaut, was sie selbst in dieser Situation anpacken k\u00f6nnen, um wieder zu dem zu kommen, was ihnen pers\u00f6nlich guttut. Das hie\u00df jedoch zun\u00e4chst einmal Ballast abzuwerfen und etwas hinter sich zu lassen, was vielleicht auch unangenehm oder schmerzlich war.<\/p>\n<h2>Resilienz hei\u00dft auch Wachstumsschmerzen auszuhalten<\/h2>\n<p>Dieser Zustand kann sich kurzzeitig wie heftige, bis ins Mark gehende Wachstumsschmerzen anf\u00fchlen, die man am liebsten gar nicht h\u00e4tte oder so schnell wie m\u00f6glich wieder loswerden w\u00fcrde. Resilienz beinhaltet also auch die F\u00e4higkeit zu akzeptieren, dass es so ist, wie es ist. Und das gerade im schmerzhaften Prozess des Wachsens, in dem der Zugewinn der Resilienz-Kraft liegt. Und wie ein Baum, der Jahr f\u00fcr Jahr gr\u00f6sser und der Stamm um einen Jahresring reicher wird, gilt das auch f\u00fcr die Resilienz. Mit jedem Wachsen und den damit verbundenen Schmerzen, kommt auch immer ein bisschen mehr Weisheit und St\u00e4rke hinzu.<\/p>\n<p>Die Frau bzw. Mutter, die ihre Kinder loslassen musste; der Mann, der sein Leben zuk\u00fcnftig mit der Krankheit leben muss und die Familie, die einen neuen Anfang wagt: Allen ist bewusst geworden, dass sie durch dieses Nadel\u00f6hr hindurchm\u00fcssen, um weiterzukommen.<\/p>\n<p>Dies kann unangenehm sein und auch Sie in Ihrer pers\u00f6nlichen Krise bis an Ihre Belastungsgrenze f\u00fchren. Vielleicht kann es Ihnen helfen dar\u00fcber nachzudenken, was Ihnen schon einmal geholfen hat, den Schmerz zu lindern, als Sie in einer \u00e4hnlichen Situation waren.<\/p>\n<h2>\u00c4ngste und Trauer als Verb\u00fcndete<\/h2>\n<p>In diesem Prozess ist es nur allzu normal, Angst zu haben: Angst vor dem \u201eleeren Nest&#8220;, wenn die Kinder aus dem Haus gehen, Angst vor Schmerzen oder Tod, Angst auf der Flucht, Angst vor dem, was ist, wenn sie neu ankommen. Diese \u00c4ngste sind ganz individuell und zeigen sich f\u00fcr jeden in ganz anderem Gewand.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich wie die Angst kann sich auch Trauer einstellen: im Loslassen der <em>fl\u00fcgge<\/em> gewordenen Kinder, in der Trauer, durch eine Krankheit nicht mehr wie fr\u00fcher im Leben stehen zu k\u00f6nnen, oder dem Verlust der Heimat und Familie.<\/p>\n<p>Wenn Sie mit Mitgef\u00fchl f\u00fcr sich selbst auf diese Empfindungen schauen k\u00f6nnen, birgt dies die Chance, lang angestaute Verletzungen endlich zu versorgen, ja vielleicht auch zu heilen. Trauer und angst werden dann zu Ihren hilfreichen Begleitern im f\u00fcrsorglichen Umgang mit sich selbst. Angst und Trauer scheinen weniger bedrohlich und schmerzlich.<\/p>\n<p>Vielleicht finden Sie sich in einem der nachfolgenden Beispiele wieder oder Sie haben ihre ganz individuellen Erfahrungen damit gemacht.<\/p>\n<p>Die Mutter, die auch Frau ist und der bewusst wird, dass sie dies schon lange nicht mehr gelebt hat. Der kranke Mann, der bisher seine Familie zusammengehalten hat und es sich erlaubt, nach Unterst\u00fctzung zu fragen. Die Familie, die lange Monate in Unsicherheit und (Todes-)Angst gelebt hat und sich jetzt in Sicherheit w\u00e4hnen darf. Sie k\u00f6nnen sich in der neuen Kultur einleben bzw. offen f\u00fcr einen Neubeginn sein.<\/p>\n<h2>Qualit\u00e4ten und Ressourcen<\/h2>\n<p>Neben Angst und Trauer als Verb\u00fcndete gibt es als Gegengewicht Ressourcen und Qualit\u00e4ten. Diese zeichnen Sie pers\u00f6nlich aus. Manche gilt es neu zu entdecken oder wiederzufinden.<\/p>\n<p>So wie die Mutter, die lange auf ihr Hobby Tanzen verzichtet hat und sich jetzt wieder in einen Abendkurs einschreibt. Freude und Energie kommen zur\u00fcck, wie auch der Spa\u00df mit anderen Menschen in Kontakt zu sein. \u00dcber diesen Kontakt findet sie Zugang zu ihrer neuen Arbeitsstelle als Nachhilfelehrerin.<\/p>\n<p>Nach einer langen Phase des abschiedlichen Trauerns findet der Mann Kraft in der Natur. Es tut ihm gut, viel alleine unterwegs zu sein. In einem benachbarten Naturschutzzentrum hilft er ab und zu aus. Er kann die ihm angebotene Unterst\u00fctzung annehmen. Seine Familie und Freunden erleben ihn nun viel offener und lebendiger.<\/p>\n<p>St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck geht es der Familie an ihrem Zufluchtsort besser. Auch wenn sie wissen, dass noch einige H\u00fcrden zu \u00fcberwinden sind, bis sie sich eingelebt haben, schauen Sie mit Zuversicht nach vorne. Sie k\u00f6nnen in die Zukunft denken und in dem neuen Land ankommen, jeder auf seine Weise.<\/p>\n<p>Wie die Beispiele zeigen, k\u00f6nnen Ressourcen sehr unterschiedlich sein. Das gilt auch f\u00fcr das, was Sie als Ihre Resilienz-Kraft bezeichnen. Es lohnt sich, bewusst danach Ausschau zu halten, was Sie in diesen Situationen st\u00e4rkt. Genauso ist es hilfreich, den Blick auf Ihre pers\u00f6nlichen Erfolge zu richten und was Sie selbst dazu beigetragen haben.<\/p>\n<p>Viel Eigen-Arbeit steckt also in der Erkundung der eigenen Gef\u00fchle. Das Graben nach Ressourcen ist vergleichbar mit dem Finden eines Rohdiamanten. Dieser braucht dann auch mehrere Arbeitsg\u00e4nge mit Schleifen und Polieren bis er in seiner ganzen Sch\u00f6nheit erstrahlt. Wird dieser Glanz nach und nach sichtbar, wird dies auch Ihre Umgebung merken. Vielleicht stellen Sie auch selbst fest, dass Sie anders auf ihre Umgebung wirken bzw. k\u00f6nnen auch wieder anders auf Menschen zugehen.<\/p>\n<h2>Ein Netz spannen, bevor Sie sich fallen lassen<\/h2>\n<p>Resilienz bedeutet auch in der Krisenzeit ein sicher gespanntes Netz zu haben: vertraute Personen in der Familie oder unter Freunden\/Kollegen. Dazu geh\u00f6ren auch andere Menschen, die f\u00fcr Ihre Fragestellung wichtig sein k\u00f6nnen: sei es eine beruflich orientierte Gruppe, die das gleiche Ziel verfolgt, eine Selbsthilfegruppe, eine Beratungsstelle, ein(e) Therapeut(in).<\/p>\n<p>Und je stabiler Ihr Netz ist, desto besser h\u00e4lt es in einer Zeit, in der Sie darauf zur\u00fcckgreifen. Dann k\u00f6nnen Sie sich auch fallen lassen. Freundschaften bestehen aus einem \u201eGeben und Nehmen&#8220;. Es gibt eine Zeit, in der Sie geben k\u00f6nnen, genauso wie es eine Zeit gibt, in der Sie etwas bekommen. Es steht Ihnen zu, dies anzunehmen. Genauso wie Sie sich in dieser Situation anderen so wie Sie sind, zumuten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es k\u00f6nnte auch sein, dass Ihnen bewusst wird, dass Sie sich in diesen Momenten mit verschiedenen Menschen nicht so wohl f\u00fchlen. Dann ist es auch in Ordnung, wenn Sie sich sch\u00fctzen oder sich vor\u00fcbergehend zur\u00fcckziehen. \u00dcberlegen Sie sich, wer Ihnen guttut und was Ihnen Energie gibt.<\/p>\n<h2>Es geht weiter &#8211; der erste Schritt!<\/h2>\n<p>Mit dem Bewusstwerden Ihres neugewonnenen Potentials gehen Sie auch weiter aus der Krise ins Leben zur\u00fcck, in Ihrem Tempo, mit Ihren F\u00e4higkeiten. Vielleicht f\u00fchlt es sich so an, wie nach einem Saunagang: erfrischt, m\u00fcde und gleichzeitig tief entspannt. Vielleicht w\u00fcrden Sie sich auch gerne zuerst einmal hinlegen und ausruhen. Gleichzeitig ist vielleicht jetzt gerade der richtige Moment, den ersten Schritt zu tun. Sie werden wieder aktiver und Sie gehen mental gest\u00e4rkt aus der Krise hervor.<\/p>\n<p>Resilienz funktioniert nach dem Prinzip der langsamen, kleinen Schritte. Sie verf\u00fcgen \u00fcber Ihre ganz pers\u00f6nlichen Resilienz-Kr\u00e4fte. Gleichzeitig braucht es auch Geduld mit sich selbst, um Resilienz aufzubauen. Je achtsamer Sie mit sich umgehen, desto mehr werden Sie auch die kleinen, feinen Ver\u00e4nderungen bei sich bemerken. Es ist ein Prozess, den Sie pers\u00f6nlich gehen, ohne Hast und ohne Vergleich mit anderen. Die Erfolge, die Sie selbst am besten wahrnehmen, d\u00fcrfen Sie ruhig auch feiern. Die positive Lebenskraft, die Sie nun sp\u00fcren, darf von innen nach au\u00dfen strahlen.<\/p>\n<p>Vielleicht hilft Ihnen das, auch die n\u00e4chste Krise bewusster wahrzunehmen und noch achtsamer anzugehen.<\/p>\n<blockquote>\n<p><em>Ever tried. Ever failed. No matter. <\/em><em>Try again. Fail again. Fail better. <\/em><\/p>\n<p>Samuel Beckett<\/p>\n<\/blockquote>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/454545.lu\/de\/unsere-infotexte\/themenbereich-krisen-wendepunkte-im-leben\/resilienz-oder-was-meine-krisenkompetenz-ausmacht\/#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> aus: Jedes Ich ist viele Teile &#8211; Die inneren Selbst-Anteile als Ressourcen nutzen, Jochen Peichl<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/454545.lu\/de\/unsere-infotexte\/themenbereich-krisen-wendepunkte-im-leben\/resilienz-oder-was-meine-krisenkompetenz-ausmacht\/#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> aus: Gesellschaft f\u00fcr Resilienz<\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eFall down seven times, stand up eight.&#8220; Japanisches Sprichwort \u201eMy strength did not come from lifting weights. 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