{"id":17033,"date":"2025-04-15T06:38:07","date_gmt":"2025-04-15T06:38:07","guid":{"rendered":"https:\/\/new454545.addedsense.eu\/les-proches-pendant-la-crise\/"},"modified":"2025-06-19T14:27:55","modified_gmt":"2025-06-19T14:27:55","slug":"angehoerige-in-krisen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/454545.lu\/de\/unsere-themen\/krisen\/angehoerige-in-krisen\/","title":{"rendered":"Angeh\u00f6rige in Krisen"},"content":{"rendered":"\n\n\t<p>Zu jedem Moment kann es einen Menschen in Ihrem Umfeld geben, der in die Krise ger\u00e4t und Sie auch betroffen sind. Dies haben Sie sich nicht ausgesucht, nicht gew\u00e4hlt. Sondern Sie sind vom einen zum anderen Moment mit-betroffen. Sie wurden in diese Situation hineinkatapultiert, sind unvorbereitet, haben sich m\u00f6glicherweise noch nie mit dem Thema, das Sie jetzt als Angeh\u00f6riger betrifft, besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Krisen k\u00f6nnen jederzeit auftreten und umfassen<\/p>\n<ul>\n<li>Lebenskrisen<\/li>\n<li>genauso wie Krisen nach dem Verlust eines geliebten Menschen<\/li>\n<li>Krisen nach Diagnosen von unheilbaren oder chronisch physisch und psychischen Krankheiten<\/li>\n<li>Krisen, wenn aus einer Kurzzeitpflege eine Langzeitpflege wird<\/li>\n<li>Krisen, die bedingt sind durch den Verlust des Arbeitsplatzes<\/li>\n<li>Krisen nach Migration und Flucht aus dem Heimatland<\/li>\n<li>Sinn- und Wertekrisen,<\/li>\n<\/ul>\n<p>&#8230; die Menschen in schwere Verzweiflung st\u00fcrzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Angeh\u00f6riger sind Sie nicht nur wenn Sie zur Familie geh\u00f6ren, sondern auch wenn Sie sich mit der Person verbunden f\u00fchlen.<\/p>\n<h2>Sie sind wichtig!<\/h2>\n<p>Sie sind sehr wichtig f\u00fcr Menschen in einer Krise. Als Angeh\u00f6riger haben Sie vielleicht schon einmal geh\u00f6rt \u201ef\u00fcr mich bist du der Fels in der Brandung&#8220; oder Aussagen wie \u201esch\u00f6n, dass es dich gibt&#8220; oder \u201ewas w\u00fcrde ich ohne dich nur machen&#8220;. Vielleicht sagt der Betroffene auch mit seinen Blicken, dass er froh ist, dass Sie dies jetzt zusammen durchstehen. Vielleicht zeigt er auch einfach seine Verletzlichkeit, weil er\/sie wei\u00df, dass er Ihnen dies in diesem Moment zumuten darf. Das er\/sie ganz loslassen und sich auf sich konzentrieren kann, weil Sie DA sind!<\/p>\n<p>Sie nehmen in den Arm, tr\u00f6sten, Sie halten und halten vielleicht auch aus, dass der andere Sie zur\u00fcckweist. Sie \u00fcbernehmen die Versorgung des anderen mit. Besuchen den anderen jeden Tag im Krankenhaus oder Pflegeheim. Sie kochen, waschen und k\u00fcmmern sich um die Kinder. \u00a0Sie sind bereit, eine Teilverantwortung zu \u00fcbernehmen. Sie nehmen vielleicht auch hin, dass der Mensch in der Krise, Sie mit seinen Gef\u00fchlen fast schon \u00fcberflutet.<\/p>\n<p>Es ist sch\u00f6n jemanden zu unterst\u00fctzen, andererseits kann es auch schwierig sein. Dies wird Sie vielleicht auch hilflos zur\u00fccklassen. Vielleicht sehen Sie auch etwas, was der Mensch in der Krise gerade nicht sieht und m\u00f6chten ihm dies sagen. Es f\u00e4llt Ihnen eventuell auch schwer den Menschen so im Leid zu sehen und m\u00f6chten auch, dass die Krise f\u00fcr den anderen \u201eschnell wieder weggeht&#8220;.<\/p>\n<h2>Gratwanderung f\u00fcr beide Seiten<\/h2>\n<p>Dies ist eine Gratwanderung f\u00fcr beide Seiten: Sie m\u00fcssen aushalten, dass es dem Betroffen weiterhin schlecht geht. Der Betroffene muss aushalten, dass Sie m\u00f6chten, dass es ihm gut gehen soll und auch manchmal nach L\u00f6sungen suchen.<\/p>\n<p>Ihre Hilflosigkeit und verbunden mit dem Wunsch, dass der andere schnell wieder aus seinem Loch herauskrabbelt, sind legitime und nachvollziehbare W\u00fcnsche. Dies ist der Wunsch vieler Angeh\u00f6rigen, die helfen. In dieser Situation kann es jedoch h\u00e4ufig am hilfreichsten sein, wenn Sie zuh\u00f6ren und signalisieren, dass Sie einfach da sind.<\/p>\n<p>Gleichzeitig k\u00f6nnen Sie jedoch auch fragen, was der andere gerade braucht. Oder auch sagen, was Sie gerade sp\u00fcren oder nicht verstehen. Es wird dann m\u00f6glich, etwas besprechbar zu machen, was sonst vielleicht im Stadium von Vermutungen h\u00e4ngenbleibt.<\/p>\n<h2>\u00dcber sich hinauswachsen<\/h2>\n<p>In dieser Krisensituation werden Sie vielleicht \u00fcber sich hinauswachsen, werden \u00fcber Kr\u00e4fte verf\u00fcgen, von denen Sie nicht wussten, dass Sie sie haben. Es kann auch sein, dass Sie dies an Ihre eigenen Grenzen oder dar\u00fcber hinausf\u00fchrt. Eine Zeit lang k\u00f6nnen Sie dies vielleicht auch gut aushalten, irgendwann gibt es jedoch auch ein \u201eSTOP&#8220; f\u00fcr Sie. Werden Sie sich bewusst, wo Ihre pers\u00f6nlichen Grenzen liegen. Wann ist der richtige Zeitpunkt, an dem Sie STOP sagen m\u00fcssen? Wie k\u00f6nnen Sie dies dem anderen auch mitteilen? Wie gehe ich mit Schuldgef\u00fchlen um, die sich da vielleicht auch einschleichen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p>Seien Sie sich bewusst, wenn Sie auch f\u00fcr sich gut sorgen, k\u00f6nnen Sie auch anderen helfen!<\/p>\n<p>Wissen Sie, was Ihnen in dieser Situation guttun w\u00fcrde? Was Sie brauchen, sodass auch Ihre Bed\u00fcrfnisse in dieser schwierigen Zeit befriedigt werden und nicht unter den Tisch fallen?<\/p>\n<p>Dies gilt noch einmal mehr, wenn aus der anf\u00e4nglich zeitlich begrenzten Krise ein dauerhafter Alltag wird bei Pflegef\u00e4llen, chronischen Krankheiten oder immer wiederkehrenden Krisensituationen.<\/p>\n<p>Noch mehr wie in absehbaren Krisen, kommt hier die Ungewissheit als weiterer Faktor hinzu. Umso mehr ist es wichtig, sich Ihre Kr\u00e4fte und Energie gut einzuteilen.<\/p>\n<p>Es kann auch Momente geben, in denen Sie als Angeh\u00f6rige an Ihre Grenzen sto\u00dfen. Es ist wichtig, dass Sie diesen Zeitpunkt erkennen, ernst nehmen und dann auch an professionelle Helfer\/-innen abgeben k\u00f6nnen. Dies gilt f\u00fcr alle Krisen zu jedem Moment.<\/p>\n<h2>Sich selbst st\u00e4rken und Gutes tun<\/h2>\n<p>Genauso wichtig kann es jedoch auch f\u00fcr Sie sein, sich mit anderen Menschen zu vernetzen, sich auszutauschen. Aktivieren Sie Ihr privates Netz und zeigen Sie auch Ihre Bed\u00fcrfnisse. Oder es k\u00f6nnte auch manchmal hilfreich sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Vielleicht kann eine Selbsthilfegruppe f\u00fcr Angeh\u00f6rige hilfreich sein, vielleicht ist es auch eine unterst\u00fctzende Einzelberatung.<\/p>\n<p>Denken Sie auch an Ihre physische und psychische Gesundheit, so wie Sie an der Gesundung des Menschen Anteil nehmen, um den Sie sich gerade k\u00fcmmern.<\/p>\n<p>Als Angeh\u00f6riger in Krisen wachsen Sie \u00fcber sich hinaus, vielleicht stellen Sie nach bew\u00e4ltigter Krise fest, dass Sie sich ver\u00e4ndert haben und \u00fcber ganz neue F\u00e4higkeiten und Ressourcen verf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Vielleicht ist die Krise mit Konflikten beladen, die Sie gut l\u00f6sen k\u00f6nnen und Sie k\u00f6nnen erstarkt aus der Krise hervorgehen. Es k\u00f6nnte auch sein, dass sich der Mensch, den Sie auf seinem Weg begleiten in eine andere Richtung weiterentwickelt wie Sie und sie irgendwann getrennte Wege gehen.<\/p>\n<p><strong>Auf jeden Fall sei an dieser Stelle gesagt, dass Ihnen als meist stiller Begleiter im Hintergrund, Weggef\u00e4hrte und Alltagsheld\/-in gro\u00dfe Anerkennung und Respekt geb\u00fchren!<\/strong><\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu jedem Moment kann es einen Menschen in Ihrem Umfeld geben, der in die Krise ger\u00e4t und Sie auch betroffen sind. Dies haben Sie sich nicht ausgesucht, nicht gew\u00e4hlt. Sondern Sie sind vom einen zum anderen Moment mit-betroffen. 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